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Eine chronologische Ansicht aller Updates und Änderungen auf tender.garden.

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29. Mai 2025

8 Updates

Konzept4 Erwähnungen

Drama Dreieck

Das Drama-Dreieck ist ein psychologisches und soziales Modell, das ein häufiges Muster von Interaktionen in Konflikten und Machtverhältnissen beschreibt. Es besteht aus drei Rollen, in die Menschen unbewusst hineinschlüpfen: - Opfer (Victim): Fühlt sich machtlos, unterdrückt oder hilflos. Sucht oft nach Rettung oder Bestätigung, wehrt sich jedoch gegen Verantwortung oder Lösungen. - *Retter\in** (Rescuer): Eilt zur Hilfe, oft ungefragt. Will andere „retten“, was Abhängigkeit schaffen und anderen ihre eigene Handlungsfähigkeit absprechen kann. - *Täter\in** (Perpetrator): Übt Kontrolle aus durch Kritik, Schuldzuweisungen oder Aggression. Rechtfertigt dieses Verhalten häufig durch empfundene Ungerechtigkeit oder Frustration. Menschen wechseln oft innerhalb einer Interaktion oder im Laufe der Zeit zwischen diesen Rollen, was den Kreislauf der Dysfunktion verstärkt. Wir nutzen ungern die Begriffe Opfer und _Täter\*in in diesem Kontext und sind auf der Suche nach Alternativen. Es gibt Lösungen, in denen die Begriffe betroffene Person (person harmed) und verantwortliche Person (harm doer oder person who caused harm) verwendet werden. Wir sind aktuell nicht sicher, ob das die Dynamiken, die im Drama Dreieck behandelt werden, gut widerspiegelt. Wir mögen das Konzept Responsibility Mapping, weil es ein Framework bietet, die eigene Übernahme von Verantwortung in Beziehungen und Konflikten zu reflektieren, ohne Menschen in Kategorien wie Opfer oder Retter*in_ einteilt. Hier ist ein Versuch, beide Konzepte zu verbinden: <Image

Aktualisiert30. Juli 2025
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Konzept4 Erwähnungen

Learning in Public

Learning in Public (auf Deutsch in etwa: Lernen in der Öffentlichkeit) beschreibt die Praxis, den eigenen Lernprozess offen zu teilen. Anstatt als Lehrperson aufzutreten, dokumentiert die lernende Person ihre Gedanken, Fehler und Anpassungen auf dem Weg. Diese Praxis ermöglicht es anderen, den Weg mitzuverfolgen und voneinander zu lernen. Lernen in der Öffentlichkeit ermöglicht es uns, Verantwortung zu übernehmen, indem wir teilen, wie sich unser Denken zu einem Thema verändert hat. Es fördert Diskurs. Die Praxis, unser Shadow Work zu dokumentieren, könnte man auch als (Un)Learning in Public bezeichnen.

Erstellt29. Mai 2025
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Konzept5 Erwähnungen

Othering

Othering (von other, anders) beschreibt den Fokus auf Unterschiede anstatt auf das, was uns verbindet. Anstatt die gesamte Menschheit als einen Organismus mit dem Potenzial zur Zusammenarbeit zu sehen, zieht es künstliche Grenzen zwischen uns und den Anderen. - Jegliche Form von Diskriminierung - Der Fokus auf die Kleinfamilie statt auf das größere Kollektiv und die Gemeinschaft - Liebesgeschichten, die auf „wir gegen den Rest der Welt“ basieren - Eine gemeinsame Feindfigur schaffen, um eine Gruppe zu einen

Erstellt29. Mai 2025
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Konzept3 Erwähnungen

Privilegien

Für uns ist eine der wirkungsvollsten Fragen, um Privilegien zu verstehen: Wessen Stimme wird gehört?

Erstellt29. Mai 2025
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Tool10 Erwähnungen

Stream of Consciousness Writing

Die Technik des Stream of Consciousness Writing (auf Deutsch in etwa: Bewusstseinsstrom-Schreiben) hilft dabei, Zugang zum Unbewussten zu finden, indem man alles aufschreibt, was einem in den Sinn kommt, idealerweise ohne den Filter des bewussten Denkens. Ziel ist es, sich auf das freie Schreiben zu konzentrieren, ohne den Inhalt infrage zu stellen. Diese Technik kann in vielerlei Hinsicht hilfreich sein, unter anderem: - Zur Verarbeitung von Emotionen, z. B. beim Schreiben über Trauer oder Wut - Für Shadow Work und die Kommunikation mit dem Unbewussten - Zur Arbeit mit Intentionen und Visionen, zum Beispiel beim Zukunfts-Journaling Einige Dinge können das Stream of Consciousness Writing erleichtern: - Versetze dich in einen entspannten Zustand, der dir erlaubt, ohne Überdenken zu schreiben. Zum Beispiel kann eine Form von Meditation oder eine Embodiment-Übung hilfreich sein. - Setze eine Intention, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Das kann Teil der Meditation sein oder ein Schritt direkt davor, etwa mit Hilfe eines Impulses/Prompts. - Du kannst einen Timer stellen (z. B. 10 Minuten) und versuchen, bis zum Ende ununterbrochen zu schreiben.

Aktualisiert16. August 2025
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Konzept4 Erwähnungen

Zeit

Es kann hilfreich sein, Zeit als einen Bewusstseinszustand zu betrachten. - Vergangenheit: Nachdenken über und Visualisieren vergangener Erfahrungen. - Gegenwart: Im Hier und Jetzt präsent sein. - Zukunft: Visualisieren einer Zeit in der Zukunft. Wie viel Zeit verbringe ich in jedem dieser Zustände? Verbringe ich die meiste Zeit damit, in der Vergangenheit zu verweilen? Bin ich zu sehr auf die Zukunft fokussiert und vernachlässige den gegenwärtigen Moment?

Aktualisiert16. August 2025
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Konzept2 Erwähnungen

Safe(r) Space

Ein Safe Space ist ein Raum, in dem angestrebt wird, dass Menschen sich sicher, respektiert und frei von Angst vor Gewalt oder Urteil fühlen können. Er bietet einen geschützten Rahmen, in dem Offenheit, Verletzlichkeit und gegenseitiges Verständnis gefördert werden. Es wird auch oft von Safer Space (sichererer Raum) gesprochen, um klar zu machen, dass kein Raum vollständig frei von Gewalt und Diskriminierung ist, es aber angestrebt wird, den Raum mit der Zeit immer sicherer zu machen. Siehe auch: Brave(r) Space Je sicherer wir uns in einem Raum fühlen, desto freier und verletzlicher können wir uns dort zeigen. Für uns zeigt sich oft erst in Konflikten, wie sicher wir uns in einem Raum fühlen: Wenn es zu Verletzungen kommt, streben wir an, dass alle Beteiligten Verantwortung übernehmen, aus der Situation zu lernen und Wege zu finden, wie wir in Zukunft verständnisvoller miteinander umgehen können. Wenn dies nicht getan wird, wenn Konflikte unter den Teppich gekehrt werden, kann das zur Folge haben, dass sich der Raum weniger sicher anfühlt. Dass wir weniger teilen, was in uns vorgeht, weil wir eine weitere Verletzung befürchten. Für uns gibt es 3 Optionen, mit der Situation umzugehen: - Konfliktlösung: Der Versuch, in die Reparatur zu gehen, um Konflikte aufzulösen und einen Raum zu schaffen, in dem sich alle Beteiligten wieder sicherer fühlen. - Anpassung: Wenn dies nicht funktioniert (z.B. weil beteiligte Personen in dem Moment nicht in die Konfliktlösung gehen wollen), müssen wir unser Verhalten anpassen. Wir zeigen uns weniger frei und verletzlich, um Verletzungen vorzubeugen. - Distanz: Wir entscheiden, ob wir uns in einem Raum weiterhin aufhalten wollen, oder ob wir uns so stark anpassen müssten, dass es im Moment mehr Sinn macht, auf Abstand zu gehen.

Aktualisiert7. Oktober 2025
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Blog4 Erwähnungen

Transmute / Wut-Brief

Ende Juni habe ich geschrieben, dass ich mich “das Wochenende” etwas zurückziehen will, um ein paar Emotionen fließen zu lassen und Dinge zu verarbeiten, die ich verdränge. Aus einem Wochenende wurde dann letztendlich der ganze Juli. Ich habe gemerkt, dass ich etwas mehr Abstand brauche, als gedacht, weil ich mich sehr ausgebrannt und gleichzeitig getrieben gefühlt habe. In diesem Monat habe ich viele verschiedene Phasen durchlebt, die ich noch in Texten verarbeiten will. Heute möchte ich von meinem Wut-Brief erzählen. Ich habe mir Ende Juli eine Woche freigenommen und mir vorgenommen, noch mal explizit meine Emotionen fließen zu lassen. Dienstag vormittags habe ich gestartet mit einer Breathwork-Atemübung, die ich in einem Workshop von Carlagelernt habe. Die psychedelische Wirkung dieser Übung überrascht mich immer wieder: Meistens wirbelt sie einiges auf, was sich in meinem Körper an Emotionen angestaut hat und ich brauche ein paar Tage, um das dann durchfließen zu lassen und mich danach klarer und befreiter zu fühlen. Dienstag und Mittwoch war ich dann jeweils tagsüber im Wald und am See. Ich war alleine unterwegs, bin an den See und hab das Wasser angeschaut, hab mich danach in den Wald gesetzt, die Natur auf mich wirken lassen und meditiert. Das alles mit möglichst wenig Zeit am Handy oder anderen Aktivitäten. Und boah, hat sich das teilweise scheiße angefühlt. Einfach da zu sitzen und sich nicht gut zu fühlen und das zu akzeptieren, ohne sich abzulenken, ist schwer auszuhalten. Ich konnte mich zum Glück ab und zu daran erinnern, dass ich das bewusst mache und dass es normal ist, sich so zu fühlen, dass die Gefühle einfach durchfließen müssen. Dadurch konnte ich von außen auf die Emotionen blicken und hab nicht alle negativen Gedanken, die ich mit den Gefühlen assoziiert habe, ernst genommen. Und irgendwie war es dann, obwohl ich mich nicht gut gefühlt habe, voll die schöne Erfahrung, an die ich mich sehr gerne erinnere, die für mich sogar mit zu den prägendsten des Jahres zählt. Ich hatte mein Leben lang so viel Angst vor “negativen” Emotionen, dass es immer darum ging, sie schnell wegzubekommen. Und jetzt lerne ich so langsam, dass jede Emotion ihre Daseinsberechtigung hat und dass es eine total schöne, rohe Erfahrung sein kann, einem Gefühl Raum zu geben, gegen das man sich so lange gewehrt hat. Die Tage waren scheiße und schön, shitty and sacred. Mittwoch abends bin ich dann durch die Stadt gelaufen und hab was zu essen gesucht. Und irgendwie wurde ich dann unzufrieden, nichts hat so richtig funktioniert. Auf dem Heimweg hat mich dann plötzlich die Wut gepackt. Ich war wütend auf diesen “scheiß Urlaub”, dass ich “nur rumsitze und es mir schlecht geht”. War plötzlich wütend auf ganz viele Dinge, die hochkamen. Ich konnte mich auch hier zum Glück daran erinnern, dass es OK ist, dass diese Emotionen hochkommen, dass ich jetzt die Gelegenheit habe, sie rauszulassen. Also bin ich wütend heimmarschiert, hab mich in mein Zimmer gesetzt, Musik angemacht und eine Stunde lang einen Wut-Brief geschrieben. Dabei habe ich einfach alles aufgeschrieben, ohne eine Pause zu machen, ohne zu hinterfragen. Die Methode wird auch Stream of Consciousness Writing genannt. Ich wollte etwas schreiben, was niemals jemand lesen wird und mir dadurch die Möglichkeit geben, Dinge zu schreiben, die ich sonst niemals sagen würde. Ich konnte nachträglich kaum noch was davon lesen, weil es so krakelig war. Das Wort verfickt kam sehr oft vor.

Aktualisiert26. September 2025
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19. Mai 2025

3 Updates

Tool6 Erwähnungen

Tagebuch

Das Führen eines Tagebuchs (auch Journaling genannt) kann eine hilfreiche Übung zur Erkennung von Mustern sein. - Das passende Medium finden: Ausprobieren, welche Methode die geringste Hürde hat, um langfristig dabei zu bleiben. Schreibe ich lieber analog in ein Notizbuch, tippe ich lieber am Handy oder am Laptop (z.B. mit einem Tool wie Obsidian) oder funktioniert es für mich besser, meine Gedanken und Emotionen aufzumalen oder als Sprachmemos aufzunehmen? - Strukturierte Daten: Es kann hilfreich, manche Dinge in etwas strukturierterer Form zu tracken. Zum Beispiel: Wie war das Wetter an dem Tag, was habe ich konsumiert, welche Rituale habe ich gemacht? - Blickwinkel und Tiefe: Der Blickwinkel kann sich mit der Zeit anpassen. So kann aus einem anfänglichen "Was habe ich an dem Tag gemacht?" (Blick von außen) ein etwas tieferes "Was hat mich an dem Tag beschäftigt?" (Blick nach innen) werden. - Bewusstseins-Zustand: Durch welche verschiedenen Zustände bin ich gegangen? Wie präsent war ich, wie viel hab ich in anderen Zeiten verbracht? Es gibt verschiedene Arten von Tagebuch, zum Beispiel: - Frei, zum Beispiel mit Stream of Consciousness Writing - Geführt, zum Beispiel mit Prompts oder Fragen - Fokussiert auf ein Thema, zum Beispiel ein Dankbarkeits-Tagebuch

Aktualisiert26. September 2025
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Konzept2 Erwähnungen

Upper Limit Problem

Das Upper Limit Problem (in etwa: Problem der inneren Obergrenze) beschreibt die Tendenz, uns unbewusst selbst zu sabotieren, wenn wir ein vertrautes Maß an Erfolg, Glück oder Liebe überschreiten. Verwurzelt in verinnerlichten Glaubenssätzen und Ängsten, begrenzt es unsere Fähigkeit zu wachsen. Es zu überwinden bedeutet, unsere Kapazität zu erweitern, Wohlbefinden anzunehmen und aufrechtzuerhalten – ohne Selbstsabotage. Der Begriff Upper Limit Problem wurde vom Psychologen und Autor Gay Hendricks in seinem Buch The Big Leap geprägt. - Impostor-Syndrom - Angst, andere zu überstrahlen Wie oben, so unten: So wie Individuen eine innere Obergrenze dafür haben, wie viel Freude, Erfolg oder Frieden sie sich erlauben, können auch Kollektive (und der menschliche Organismus als Ganzes) unbewusst begrenzen, wie viel Wohlstand oder Transformation sie für möglich halten. Wenn systemische Durchbrüche in Richtung Gerechtigkeit, Heilung oder Befreiung entstehen, stoßen sie oft nicht nur auf äußeren Widerstand, sondern auch auf innere Widerstände im kollektiven Bewusstsein. Das kann sich in Form von Gegenreaktionen, Polarisierung oder einem Rückzug ins Vertraute zeigen. Das Erkennen des kollektiven Upper Limit Problems lädt uns dazu ein zu fragen: Wovor haben wir Angst, wenn sich die Dinge verbessern? Und wie können wir unsere gemeinsame Fähigkeit erweitern, mehr Möglichkeiten zu halten – nicht nur individuell, sondern gemeinsam?

Erstellt19. Mai 2025
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Tool1 Erwähnung

Zeitstrahl

Ein Zeitstrahl kann ein gutes visuelles Werkzeug sein, um über die Vergangenheit nachzudenken – zum Beispiel im Rahmen eines Jahresrückblicks. Da man selbst entscheiden kann, wie detailliert und wie visuell der Zeitstrahl sein soll, kann er flexibel für verschiedene Anwendungsfälle eingesetzt werden. Hier sind ein paar Ideen, um loszulegen: - Beginne mit großen Ereignissen und Meilensteinen und füge dann mehr Details hinzu - Verwende verschiedene Ebenen, zum Beispiel Farben für unterschiedliche Emotionen - Neben Text können auch Symbole oder Bilder gezeichnet werden, um bestimmte Ereignisse hervorzuheben - War in dem jeweiligen Zeitraum vielleicht etwas, was auf den ersten Blick nicht offensichtlich, aber dennoch wichtig für dich war? Der Zeitstrahl kann auch ein sehr hilfreiches Werkzeug zur Erkennung von Mustern sein. Eine Zeitspanne aus einer distanzierten Perspektive zu betrachten, kann helfen, Dinge zu erkennen, die vorher nicht aufgefallen sind.

Erstellt19. Mai 2025
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15. Mai 2025

7 Updates

Konzept3 Erwähnungen

Blitzableiter

Wie können wir sensibel und mit offenem Herzen durch eine Welt gehen, in der Gewalt oft normalisiert wird? Die vielen Spannungen, die im menschlichen Organismus stecken, werden von sensiblen Menschen oft aufgesaugt. Das kann sich ausdrücken durch viele kleine Stiche, die sich summieren und irgendwann zu viel Schmerz und Überreizung führen, z.B. durch: - Unausgesprochene Konflikte - (Passiv-)Aggressivität - Akzeptanz von gewaltvollen Strukturen

Aktualisiert28. Juli 2025
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Konzept14 Erwähnungen

Gewalt

Viele gesellschaftliche Probleme basieren auf der Uneinigkeit darüber, was als Gewalt zählt. Körperliche Gewalt ist leichter zu erkennen als psychische Gewalt. „Es überrascht mich nicht zu hören, dass es in Kulturen, in denen die Menschen in Begriffen menschlicher Bedürfnisse denken, deutlich weniger Gewalt gibt als in Kulturen, in denen die Menschen einander als ‚gut‘ oder ‚schlecht‘ etikettieren und glauben, dass die ‚schlechten‘ bestraft werden müssen.“ – Marshall B. Rosenberg in Gewaltfreie Kommunikation

Aktualisiert18. August 2025
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Konzept15 Erwähnungen

Muster

Schätzungen zufolge treffen wir mindestens 90% unserer Entscheidungen unbewusst. Das führt dazu, dass wir oft Muster wiederholen, die wir irgendwann (häufig in der Kindheit) gelernt haben. Shadow Work ist eine Praxis, die sich mit der Bewusstmachung von unbewussten Mustern auseinandersetzt. Das Aufbrechen dieser Muster wird auch breaking the cycle (den Zyklus durchbrechen) genannt. Folgende Methoden und Übungen können dabei helfen, Muster zu erkennen: - Schriftliche Methoden, z.B. Tagebuch führen - Visuelle Methoden, z.B. einen Zeitstrahl zeichnen

Erstellt19. Mai 2025
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Konzept2 Erwähnungen

Safe(r) Space

Ein Safe Space ist ein Raum, in dem angestrebt wird, dass Menschen sich sicher, respektiert und frei von Angst vor Gewalt oder Urteil fühlen können. Er bietet einen geschützten Rahmen, in dem Offenheit, Verletzlichkeit und gegenseitiges Verständnis gefördert werden. Es wird auch oft von Safer Space (sichererer Raum) gesprochen, um klar zu machen, dass kein Raum vollständig frei von Gewalt und Diskriminierung ist, es aber angestrebt wird, den Raum mit der Zeit immer sicherer zu machen. Siehe auch: Brave(r) Space Je sicherer wir uns in einem Raum fühlen, desto freier und verletzlicher können wir uns dort zeigen. Für uns zeigt sich oft erst in Konflikten, wie sicher wir uns in einem Raum fühlen: Wenn es zu Verletzungen kommt, streben wir an, dass alle Beteiligten Verantwortung übernehmen, aus der Situation zu lernen und Wege zu finden, wie wir in Zukunft verständnisvoller miteinander umgehen können. Wenn dies nicht getan wird, wenn Konflikte unter den Teppich gekehrt werden, kann das zur Folge haben, dass sich der Raum weniger sicher anfühlt. Dass wir weniger teilen, was in uns vorgeht, weil wir eine weitere Verletzung befürchten. Für uns gibt es 3 Optionen, mit der Situation umzugehen: - Konfliktlösung: Der Versuch, in die Reparatur zu gehen, um Konflikte aufzulösen und einen Raum zu schaffen, in dem sich alle Beteiligten wieder sicherer fühlen. - Anpassung: Wenn dies nicht funktioniert (z.B. weil beteiligte Personen in dem Moment nicht in die Konfliktlösung gehen wollen), müssen wir unser Verhalten anpassen. Wir zeigen uns weniger frei und verletzlich, um Verletzungen vorzubeugen. - Distanz: Wir entscheiden, ob wir uns in einem Raum weiterhin aufhalten wollen, oder ob wir uns so stark anpassen müssten, dass es im Moment mehr Sinn macht, auf Abstand zu gehen.

Aktualisiert7. Oktober 2025
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Konzept11 Erwähnungen

Wut

Wir verstehen Wut als eine Emotion, die darunterliegende Emotionen wie Schmerz und Trauer aufzeigt. Wut zeigt uns, dass etwas nicht stimmt. Dass wir uns nicht gesehen, nicht verstanden fühlen. Dass wir uns machtlos fühlen. Es kann dabei auch eine produktive Emotion sein, ein "jetzt reicht's", das uns aufstehen lässt und laut werden. Wut kann auch zu einem Zurückschlagen, zu mehr Gewalt führen, die in den menschlichen Organismus geht. Wir streben an, unsere Wut möglichst nicht an Individuen auszulassen, sondern sie gegen gewaltvolle gesellschaftliche Strukturen zu richten. Schreibtechniken wie Journaling und Stream of Consciousness Writing können auf verschiedene Weise beim Umgang mit Wut helfen: - Fließen lassen: Es kann hilfreich sein, die wütenden Stimmen einfach herauszulassen – ohne uns dafür zu verurteilen. Nachdem alles von der Seele geschrieben wurde, kann das Zerreißen des Texts als zusätzlicher symbolischer Akt des Loslassens dienen, wie in diesem Beitrag erklärt: - Bedürfnis: Es kann sehr befreiend sein, sich mit dem darunterliegenden Bedürfnis hinter der Wut zu verbinden. Dieses Bedürfnis auszusprechen hat für uns sogar schon öfter dazu geführt, dass die Wut in diesem Moment komplett verschwunden ist und sich in Mitgefühl verwandelt hat. Prompt: Welches Bedürfnis liegt hinter diesem Gefühl? - Dankbarkeit: Dankbarkeits-Journaling kann ein mächtiges Werkzeug sein, um die Aufmerksamkeit von der Wut wegzulenken. Um nichts zu unterdrücken, empfehlen wir, diese Praxis erst zu machen, nachdem die Emotion schon etwas geflossen ist. Mit der Wut präsent zu sein – die Emotion wirklich zuzulassen und ihr Aufmerksamkeit zu schenken – kann ein kraftvoller Akt der Transmutation sein. Wo spüre ich die Wut? Welche Gedanken kommen hoch? Indem wir die Emotion aus einer neugierigen Perspektive betrachten, nehmen wir sie weniger persönlich und beginnen, sie aus einer höheren Perspektive zu sehen.

Aktualisiert5. September 2025
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Konzept6 Erwähnungen

Zeigefinger

Wieso beschäftigen wir uns als Gesellschaft so oft eher mit den Menschen, die auf Probleme zeigen, als mit den Problemen selbst? Wir wollen auf folgende Arten Verantwortung übernehmen: - Problem und Kommunikation voneinander trennen: Das Problem existiert, auch wenn die Art, wie darauf hingewiesen wird, für uns in dem Moment unangenehm ist. Wir wünschen uns, dass betroffenen Menschen zugehört und dabei anerkannt wird, dass sie durch ihren Schmerz nicht immer in dem Zustand sind, die Probleme ohne Wut perfekt gewaltfrei benennen zu können. Wir erkennen an, dass das "perfekte Ausformulieren" emotionale Arbeit ist, die wir stärker von Gewalt betroffenen Menschen nicht noch zusätzlich aufbürden müssen. - Eigene autoritäre Verhaltensweisen hinterfragen: In unserer Gesellschaft wird sich häufig auf die Schuldfrage konzentriert. Dadurch kann es passieren, dass Menschen aus Angst vor Bestrafung in den Schutzmodus gehen und das Mitteilen von Emotionen als persönlichen Angriff und Vorwurf wahrnehmen. Gleichzeitig wurden wir auch selbst autoritär sozialisiert und wollen das in unserer eigenen Kommunikation beobachten. Wenn wir selbst die Kapazitäten haben, können wir daran arbeiten, unsere Wut und den darunterliegenden Schmerz an anderer Stelle zu verarbeiten, um Probleme dann effektiver kommunizieren zu können.

Aktualisiert26. September 2025
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Konzept9 Erwähnungen

Der menschliche Organismus

Wenn wir weit genug herauszoomen, können wir sehen, dass alles was wir tun, einen Effekt auf die gesamte Menschheit hat. Emotionen, Ideen, Liebe, Gewalt... sehr viel trägt sich weiter. Zum Beispiel: Wir sind gestresst auf unserem Weg zur Arbeit und reagieren vielleicht genervt, wenn jemand uns im Weg rumsteht. Vielleicht blöken wir die Person sogar an, sie reagiert entsprechend zurück. Für uns beide ist das jetzt schon eine negative Erfahrung, die sich sogar weiter tragen kann. Wir nehmen die Interaktion mit auf die Arbeit, regen uns dort bei anderen darüber auf, reagieren genervt und unsere Kolleginnen nehmen diese Energie und Emotionen mit nach Hause und beschweren sich bei bei Freundinnen oder Familie. Alles, was wir tun, kann eine kleine oder große Kettenreaktion auslösen. Es ist unsere Entscheidung, was wir in den Organismus einbringen. Für uns, das bedeutet: - Verantwortung für unsere Emotionen übernehmen. Wir streben an, bewusst entscheiden zu können, wann wir uns um unsere eigenen Emotionen kümmern und diese fließen lassen, um keinen unnötigen Stress oder Gewalt in den Organismus zu bringen. - Nicht zu hart mit uns selbst zu sein. Negative Emotionen sind nicht immer schlecht und wir sollten uns nicht schludig dafür fühlen, dass wir Emotionen bei anderen Menschen auslösen.

Aktualisiert15. Mai 2025
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