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Eine chronologische Ansicht aller Updates und Änderungen auf tender.garden.
16. August 2025
15 Updates
Artikel: Damien Echols über das Große Werk
Auf seinem Patreon hat Damien Echols einen Artikel mit dem Titel What is the Great Work? (Was ist das Große Werk?) veröffentlicht. Zitate auf dieser Seite sind frei übersetzt von der englischen Version des Artikels. "Das Große Werk ist der Sinn deines Lebens. Es ist der Grund, warum du hier bist." "Das Große Werk ist der Prozess des Erinnerns daran, wer und was du wirklich bist – und dann so zu leben." Damien erklärt die Redewendung Solve et Coagula: "Sie stehen für die Stadien des Auflösens des falschen Selbst und des Wiederaufbaus der Seele um etwas Echtes herum." Solve: "In den frühen Stadien des Großen Werks beginnt alles mit „solve“. Du löst deine alten Identitäten auf, deine Illusionen, deine Wunden und die Konditionierung von Kultur, Familie und Trauma." "Nicht alles auf einmal – sondern langsam, Schicht für Schicht." "Diese Phase kann sich wie ein Tod anfühlen." Coagula:
Artikel: Damien Echols über den Stein der Weisen
Auf seiner Patreon-Seite hat Damien Echols einen Artikel mit dem Titel What is the Philosopher's Stone? (auf Deutsch: Was ist der Stein der Weisen?) veröffentlicht. Darin beschreibt er, dass der Stein der Weisen, ein legendäres Symbol der westlichen Esoterik, kein physisches Objekt ist. Stattdessen ist der Stein die Präsenz selbst: ein kristallisierter Zustand bewusster Achtsamkeit im Jetzt. Zitate auf dieser Seite sind frei übersetzt von der englischen Version des Artikels. Damien schreibt darüber, wie in der mittelalterlichen Alchemie dem Stein der Weisen viele Kräfte nachgesagt wurden: Blei in Gold zu verwandeln, alle Krankheiten zu heilen, Unsterblichkeit zu gewähren, die Seele zu erleuchten und Gegensätze zu vereinen. Dann schreibt er, dass der Stein nicht das ist, was die meisten denken: "Der Stein wird nicht in einem Kolben gefunden oder in einem Ofen geschmiedet. Der Stein ist Präsenz.“ "Er entsteht, wenn dein Bewusstsein kristallisiert. Wenn deine Aufmerksamkeit so tief im Moment verwurzelt ist, so verfeinert durch Übung und Disziplin, dass sie unter Druck nicht mehr zerfällt. Wenn sie nicht mehr zwischen Vergangenheit und Zukunft zerstreut ist, sondern sich vollständig – ganz – im Jetzt sammelt." Damien erklärt weiter, wie all die dem Stein zugeschriebenen Kräfte in Wahrheit Metaphern für Präsenz sind. "Aber hier ist die Wahrheit: Du brauchst kein Labor, um Transmutation zu vollziehen. Du brauchst nur Aufmerksamkeit. Fokussierte, disziplinierte, unerschütterliche Präsenz." "Sitze mit deiner Wut, ohne auszuweichen, und sie wird zu Einsicht.
Präsenz
Im Jetzt sein. Nicht gedanklich zwischen Vergangenheit und Zukunft hin- und herreisen, sondern zu 100% im gegenwärtigen Moment präsent sein. - Meditation - Kreativer Ausdruck, z.B. durch Malen - Bewegung, z.B. Tanzen - Minimierung äußerer Reize, z.B. durch Low Dopamin Mornings - Deep Listening <Image src="/img/presence-depth.jpg" width="1280" height="956"
Transmutation
Transmutation beschreibt den Prozess, unsere Gefühle zu transformieren, indem wir unsere Emotionen fließen lassen.
Alleinsein
Es kann ein befreiender Prozess sein, das Alleinsein zu lernen zu genießen und als Quality Time mit sich selbst zu nutzen. "Alleinsein ist nämlich nicht (nur) die Abwesenheit von etwas oder jemand anderem, sondern die Anwesenheit meiner ungestörten Wahrnehmung." - Sarah Diehl in Die Freiheit, allein zu sein
Dankbarkeits-Tagebuch
Ein Dankbarkeits-Tagebuch ist eine Form von Tagebuch, in dem regelmäßig Dinge notiert werden, für die wir dankbar sind. Indem wir selbst kleine Momente von Freude, Verbindung oder Schönheit wahrnehmen und aufschreiben, trainieren wir unser Bewusstsein, unsere Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was funktioniert, statt auf das, was fehlt. Mit der Zeit kann diese Light Work Übung unsere Wahrnehmung verändern und zu tieferer Wertschätzung für das alltägliche Leben führen. Schreibe auf ein Blatt Papier Dinge auf, für die du dankbar bist. Beginne die Sätze so: - "Ich liebe..." - "Ich liebe es, wenn..." - "Ich bin dankbar für..." - "Ich bin so dankbar für..." Wir empfehlen, explizite Beispiele zu benutzen, die dabei helfen, Dankbarkeit wirklich zu fühle. Statt "Ich liebe die Natur" zum Beispiel "Ich liebe den Geruch von Waldboden an einem schönen Sommertag". - Medium: Dankbarkeit kann Teil einer größeren Tagebuch-Praxis sein (zum Beispiel in Life Beyond Suffering) oder in einem eigenen Container stattfinden. Wir nutzen beide ein separates Notizbuch nur für Dankbarkeit. - Andere Emotionen: Wir haben festgestellt, dass es manchmal hilft, auch andere Emotionen zwischen den Zeilen über Dankbarkeit aufzuschreiben. Wenn wir traurig sind, kann es sich erleichternd anfühlen, auch mal zu notieren: „Ich bin traurig, weil...“, anstatt es zu ignorieren und "so zu tun", als sei alles in Ordnung.
Intention
Etwas mit Intention zu machen bedeutet, dabei präsenter zu sein. In vielen Light Work Übungen gibt es die Praxis, eine Intention zu setzen.
Low Dopamine Morning
Ein Low Dopamine Morning ist eine Morgenroutine, in der möglichst auf äußere Einflüsse und Reize verzichtet wird. Die Übung basiert auf der Erkenntnis, dass die Menge an Dopamin, die direkt nach dem Aufwachen bei uns ausgeschüttet wird, sich darauf auswirkt, wie viel Dopamin unser Hirn auch den Tag über will. Ein wichtiger Teil eines Low Dopamine Mornings ist es, nicht direkt nach dem Aufstehen aufs Handy oder andere Notifications zu schauen.
Idle Mode
Idle Mode (Ruhemodus) kann eine hilfreiche Übung sein, wenn andere Formen von Meditation gerade etwas zu erzwungen und strukturiert wirken. Es kann helfen, Druck rauszunehmen. Die Übung hilft dabei, sich selbst die Erlaubnis zu geben, nichts zu tun und Gedanken frei schweifen zu lassen. Ein Notizbuch kann dabei helfen, Gedanken aufzuschreiben und dadurch Dinge zu verarbeiten, die im Prozess hochkommen. Dadurch ist die Methode auch eine Art Stream of Consciousness Writing. - Mach es gemütlich, zum Beispiel mit entspannter Musik und schönem Licht. Lege ein Notizbuch und einen Stift bereit. - Setze oder lege dich in eine komfortable Position und mache nichts. Lass einfach die Gedanken schweifen. Schaue an die Decke. - Versuche die Langeweile auszuhalten, wenn sie aufkommt. Versuche dem Drang zu widerstehen, aufs Handy zu schauen. - Wenn Gedanken aufkommen, schreib sie auf, ohne sie groß zu bewerten.
Meditation
Meditation bedeutet, sich Zeit zu nehmen, um zur Ruhe zu kommen, im Moment präsent zu sein und wahrzunehmen, was in uns und um uns herum geschieht.
Stream of Consciousness Writing
Die Technik des Stream of Consciousness Writing (auf Deutsch in etwa: Bewusstseinsstrom-Schreiben) hilft dabei, Zugang zum Unbewussten zu finden, indem man alles aufschreibt, was einem in den Sinn kommt, idealerweise ohne den Filter des bewussten Denkens. Ziel ist es, sich auf das freie Schreiben zu konzentrieren, ohne den Inhalt infrage zu stellen. Diese Technik kann in vielerlei Hinsicht hilfreich sein, unter anderem: - Zur Verarbeitung von Emotionen, z. B. beim Schreiben über Trauer oder Wut - Für Shadow Work und die Kommunikation mit dem Unbewussten - Zur Arbeit mit Intentionen und Visionen, zum Beispiel beim Zukunfts-Journaling Einige Dinge können das Stream of Consciousness Writing erleichtern: - Versetze dich in einen entspannten Zustand, der dir erlaubt, ohne Überdenken zu schreiben. Zum Beispiel kann eine Form von Meditation oder eine Embodiment-Übung hilfreich sein. - Setze eine Intention, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Das kann Teil der Meditation sein oder ein Schritt direkt davor, etwa mit Hilfe eines Impulses/Prompts. - Du kannst einen Timer stellen (z. B. 10 Minuten) und versuchen, bis zum Ende ununterbrochen zu schreiben.
Zeit
Es kann hilfreich sein, Zeit als einen Bewusstseinszustand zu betrachten. - Vergangenheit: Nachdenken über und Visualisieren vergangener Erfahrungen. - Gegenwart: Im Hier und Jetzt präsent sein. - Zukunft: Visualisieren einer Zeit in der Zukunft. Wie viel Zeit verbringe ich in jedem dieser Zustände? Verbringe ich die meiste Zeit damit, in der Vergangenheit zu verweilen? Bin ich zu sehr auf die Zukunft fokussiert und vernachlässige den gegenwärtigen Moment?
Transformative Magic
Transformative Magic (Transformative Magie) ist die Kunst, die Welt zu verändern, indem wir uns selbst verändern. In einer Zeit weitverbreiteten Burnouts, sozialer Spaltung und institutionellen Zusammenbruchs wachen viele von uns auf – doch wir wissen oft nicht, was wir mit diesem Erwachen anfangen sollen. Im Folgenden wollen wir einen Weg anbieten, um uns neu auszurichten und wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Wir glauben, dass tiefgreifende Transformation dann geschieht, wenn wir uns beiden Polen der Arbeit zuwenden: - Shadow Work: Integration der verborgenen und verdrängten Anteile unserer Psyche - Light Work: Verschieben unserer Energie auf positive Verhaltensweisen und Ergebnisse Es ist wichtig, ein gutes Gleichgewicht zu finden. Zu viel Fokus auf Shadow Work kann dazu führen, dass wir in der Vergangenheit und ihren Mustern stecken bleiben und das große Ganze und die Hoffnung aus den Augen verlieren. Nur Light Work zu tun, kann zu unhinterfragten Überzeugungen und einem aufgeblähten Ego führen. <Image src="../img/light-work-shadow-work.jpg" size="medium" alt="Light Work und Shadow Work"
Wut
Wir verstehen Wut als eine Emotion, die darunterliegende Emotionen wie Schmerz und Trauer aufzeigt. Wut zeigt uns, dass etwas nicht stimmt. Dass wir uns nicht gesehen, nicht verstanden fühlen. Dass wir uns machtlos fühlen. Es kann dabei auch eine produktive Emotion sein, ein "jetzt reicht's", das uns aufstehen lässt und laut werden. Wut kann auch zu einem Zurückschlagen, zu mehr Gewalt führen, die in den menschlichen Organismus geht. Wir streben an, unsere Wut möglichst nicht an Individuen auszulassen, sondern sie gegen gewaltvolle gesellschaftliche Strukturen zu richten. Schreibtechniken wie Journaling und Stream of Consciousness Writing können auf verschiedene Weise beim Umgang mit Wut helfen: - Fließen lassen: Es kann hilfreich sein, die wütenden Stimmen einfach herauszulassen – ohne uns dafür zu verurteilen. Nachdem alles von der Seele geschrieben wurde, kann das Zerreißen des Texts als zusätzlicher symbolischer Akt des Loslassens dienen, wie in diesem Beitrag erklärt: - Bedürfnis: Es kann sehr befreiend sein, sich mit dem darunterliegenden Bedürfnis hinter der Wut zu verbinden. Dieses Bedürfnis auszusprechen hat für uns sogar schon öfter dazu geführt, dass die Wut in diesem Moment komplett verschwunden ist und sich in Mitgefühl verwandelt hat. Prompt: Welches Bedürfnis liegt hinter diesem Gefühl? - Dankbarkeit: Dankbarkeits-Journaling kann ein mächtiges Werkzeug sein, um die Aufmerksamkeit von der Wut wegzulenken. Um nichts zu unterdrücken, empfehlen wir, diese Praxis erst zu machen, nachdem die Emotion schon etwas geflossen ist. Mit der Wut präsent zu sein – die Emotion wirklich zuzulassen und ihr Aufmerksamkeit zu schenken – kann ein kraftvoller Akt der Transmutation sein. Wo spüre ich die Wut? Welche Gedanken kommen hoch? Indem wir die Emotion aus einer neugierigen Perspektive betrachten, nehmen wir sie weniger persönlich und beginnen, sie aus einer höheren Perspektive zu sehen.
Light Work
Light Work (auf Deutsch Lichtarbeit) bedeutet die Auseinandersetzung mit Themen und Tools, die uns helfen, unsere Welt auf positive Art zu beeinflussen. Während es bei Shadow Work um unbewusste Muster geht, die uns zurückhalten, beschäftigt man sich bei Light Work mit neuen, gesunden Mustern, die zuvor fernab unserer Vorstellungskraft waren. Viele Light Work Methoden wie z.B. Affirmationen fokussieren sich auf die Veränderung des eigenen Lebens. Dadurch hat das Thema oft einen Beigeschmack von Selbstzentriertheit, vor allem, wenn nicht zusätzlich die nötige Schattenarbeit gemacht wird. Light Work ist aber auch ein wichtiger Teil von Collective Liberation. Neben dem "was läuft gerade falsch" ist es auch wichtig, sich vorzustellen, wie eine bessere Zukunft für alle aussehen könnte, und diese aktiv aufzubauen. Auf der individuellen Ebene können wir Verantwortung dafür übernehmen, welche Energie wir in den menschlichen Organismus bringen. Auf der kollektiven Ebene können wir zusammenarbeiten und uns gemeinsam eine Welt vorstellen, die über unsere aktuelle Vorstellungskraft hinausgeht, zum Beispiel durch utopische Geschichten. - Unsere Vorstellungskraft trainieren, z.B. durch Visualisierungs-Techniken - Üben, mehr im Jetzt zu sein und Dankbarkeit für das Leben zu erhöhen
15. August 2025
4 Updates
Aufmerksamkeit
"Das, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, wächst." – adrienne maree brown in Emergent Strategy "Das größte Geschenk, das wir jemandem machen können, ist unsere Aufmerksamkeit. Wenn Achtsamkeit jene umhüllt, die wir lieben, werden sie erblühen wie Blumen." – Thích Nhất Hạnh - Dankbarkeits-Tagebuch - Awe Walk
Cancel Culture
Wir haben den Begriff Cancel Culture lange abgelehnt, da wir ihn hauptsächlich als eine Ausrede gesehen haben, mit sich Menschen, die mit einem Fehler konfrontiert werden, aus der Verantwortlichkeit ziehen. Dabei wird oft vergessen, dass die Wurzeln dieser Praxis in Black Liberation Movements liegen – dort war das öffentliche Benennen von verletzendem Verhalten ein zentraler Weg, um Gerechtigkeit außerhalb von Systemen einzufordern, die marginalisierte Communities im Stich lassen. Mit der Zeit wurde der Begriff jedoch vereinnahmt und umgedeutet – oft von genau den Menschen in Machtpositionen, die Kritik abwehren wollen. Anstatt Verantwortung für den verursachten Schaden zu übernehmen, wird häufig der Fokus auf die Art und Weise gelegt, wie die Ungerechtigkeit kommuniziert wird. Dadurch verschiebt sich die Aufmerksamkeit weg vom eigentlichen Problem. Wir finden es entscheidend, Menschen zuzuhören, die Gewalt und Ungerechtigkeit erfahren – unabhängig davon, wie sie diese Erfahrungen artikulieren. Es sollte immer Raum für berechtigte Wut geben. In letzter Zeit haben wir allerdings angefangen, unser eigenes Verhalten diesbezüglich zu hinterfragen und wie tief Bestrafung in unserer Kultur verankert ist. Das führt zu Verurteilung und Fingerzeigen in Situationen, in denen eine effektivere Konfliktlösung möglich wäre. Wenn wir uns zu stark auf äußere Sphären der Verantwortung konzentrieren und nicht die nötige innere Arbeit machen, kann das zu Externalisierung und Cancel Culture führen.
Morgenroutine
Eine Morgenroutine kann dabei helfen, mit Intention in den Tag zu starten.
Konfliktlösung
Aus einem Gegeneinander ein Miteinander machen. Erfolgreiche Konfliktlösung erhöht das Vertrauen, dass auch zukünftige Konflikte gut gelöst werden können.